ViDA

Unter dem belgischen Vorsitz wird die Umsetzung des Mehrwertsteuer-Reformpakets im ersten Halbjahr 2024 in der EU erwartet. Um die unkoordinierte Zunahme der unterschiedlichen Meldepflichten in den unterschiedlichen Mitgliedstaaten einzudämmen, wird auf EU-Ebene die Einführung von teil- bzw vollharmonisierten Pflichten zur digitalen Meldung einschließlich der e-Rechnungsstellung angestrebt. Die VAT in Digital Age (ViDA) Reform soll bis 2028 umgesetzt werden.

Es wurde bereits eine Europäische Norm EN 16931 als neues standardisiertes Rechnungsformat mit derzeit 18 Pflichtangaben für die E-Rechnungen festgelegt. Vorgesehen ist, das auf Basis dieses neuen Formats, digitale Echtzeitmeldungen (2 Tage nach Rechnungsausstellung) für grenzüberschreitende Transaktionen an Plattformen erfolgen müssen. Es ist zu erwarten, dass dieses verpflichtende DRR (Digital Reporting Requirements) und das e-invoicing auch im Inland folgen werden.

Durch die Vorhaben wird das sogenannte EU-OSS Meldesystem reformiert und auf Lieferungen und Leistungen zwischen Unternehmern erweitert. Das reverse charge System (Abrechnung ohne nationale Umsatzsteuer und Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger im anderen EU-Staat bzw auf die Plattform) wird ausgeweitet. Inwieweit die Steuerbehörden mit notwendigen Freigaben auch in das reporting eingebunden werden, bleibt abzuwarten.